Für Linus ist es wichtig, dass ich ihn hier auf meiner Webseite mit richtigem Namen nenne. Es ist für ihn auch wichtig, dass er mit Dorma zusammen auf einem Bild erscheint. Dorma und Linus haben sich nämlich richtig gern. Und das kam so:
Dorma ist ein Therapiehund. Gisela hat zusammen mit Dorma auf Wikkegaard das Weiterbildungsseminar für tiergestützte Arbeit, verbunden mit der Ausbildung eines Therapiehundes besucht und im Herbst abgeschlossen. Gisela ist Heilpädagogin und arbeitet mit Vorschulkindern, die aus vielerlei Gründen Unterstützung brauchen. Linus hat ADHS und aus diesem Grund fällt es ihm nicht immer leicht, sich ausdauernd zu konzentrieren und Bewegungen und Stimmungen zu kontrollieren. Das hat dem aufgeweckten und sehr klugen Jungen oft negative Reaktionen aus seinem Umfeld beschert, so dass Linus sich nicht mehr so „gemocht und geschätzt“ fühlen konnte, wie es ihm eigentlich hätte zustehen müssen. „Dorma ist begeistert von Linus, findet alles spannend, was er macht und besonders interessant ist es, wenn es dabei noch etwas aufzusammeln und herumzutragen gibt. Es gibt viel zu lachen, wenn Dorma dann zum Beispiel Linus’ irgendwo hingeworfenen Socken findet“, schreibt Gisela mir in einem Brief. „Linus seinerseits hat einen sehr schönen Umgang mit Dorma. Er nimmt sie an, bezieht sie ein, spielt mit ihr seine ‘Hundespiele’. Werfen und Holen, Wer kann schneller laufen, höher springen? Wer tobt mit mir? Er kommandiert sie nicht, er spricht mit ihr und gebraucht dazu seinen ganzen Körper.“




Die Hunde haben die vielen Raketen, die in der Silvesternacht rund um Wikkegaard den Himmel erleuchteten, gut überstanden. Die sieben Monate alten Labradore rückten etwas näher zusammen. Es schien, als fühlten sie sich durch den Lärm und die wechselnden hellen bis grellen Lichtblitze eher in ihrem Schlaf gestört als beunruhigt. Einige der erwachsenen Tiere verließen ihr Lager und kamen zu mir an die Küchentür, um zu schauen, was mich da interessierte. Dorkas stellte sich auf die Hinterbeine, umschlang mit den Vorderpfoten sanft meine Taille, stützte seinen Körper an meinem und schmiegte seinen dicken wuscheligen Kopf eng an mich. Ich legte meinen Arm um ihn. So blieben wir eine Weile stehen und schauten dem Farbenspiel am Himmel zu. 
