Nostalgie im Hundespiel

„So intensiv, freudig und dennoch entspannt spielt Maja zuhause nie mit anderen Hunden!“ Anke und Maja sind zu Besuch auf Wikkegaard. Wir sitzen auf dem Hof und schauen Esko und Maja zu. Maja hat unter dem Gebüsch einen Ball gefunden, nimmt ihn auf und läuft im schnellen Tempo Esko entgegen. Kurz vor ihm schlägt sie im Lauf einen gekonnten „Haken“. Ihr Kopf schwingt zur Seite, so dass der Ball fast Eskos Schnauze berührt. Doch dann ist Maja auch schon wieder einige Meter entfernt von ihm. Esko jagt hinterher, holt Maja ein, greift mit seinem Maul nach Majas Ball und hält ihn geschickt und kraftvoll mit den Zähnen fest, während Maja sich entschlossen zeigt, den Ball nicht abzugeben. Die Köpfe der beiden stehen sich gegenüber. Gleichmäßig schwingen sie hin und her, immer den Ball in der Mitte ihrer Mäuler. Dann gibt Esko galant den Ball frei, und Maja läuft mit hocherhobenen Kopf, den Ball stolz präsentierend an uns vorbei. Nostalgie im Hundespiel weiterlesen

So viel Neues in wenigen Tagen – in der Welpenkiste wird es lebhaft

Aus der Welpenkiste ertönt schon seit ca. 4 Uhr immer mal wieder ein leises Mucken und Gurren. Dann plötzlich höre ich helle, fast schrille Versuche eines Bellens, das manchmal in ein erstaunlich hohes Jaulen mündet. Dazwischen finden sich leise Pieptöne, so als hätten sich lauter kleine Vögel am Kistenrand niedergelassen.
Seit die Welpen die Augen geöffnet haben, begrüßen sie die Helligkeit des Morgens, die hier im Norden schon zeitig beginnt und spät am Abend erst endet. Die wenigen dunklen Tagesstunden werden nun auch von Filou, Finchen und Frida mehr und mehr zum Schlafen genutzt. So viel Neues in wenigen Tagen – in der Welpenkiste wird es lebhaft weiterlesen

Labrador-Welpen auf Wikkegaard

Der erste Schritt ist getan und dies mit offensichtlichem Erfolg: Dimma ist trächtig.

20150324221728-1a5d08c7-laDie achte Trächtigkeitswoche hat begonnen, und es besteht Hoffnung, dass Dimma es zu Ende bringt. Nach den guten Erfahrungen ihres ersten Wurfes mit einem komplikationslosen Trächtigkeitsverlauf, einer zügigen ebenfalls problemlosen Geburt und sieben gesunden Welpen, besteht Grund zu einer optimistischen Einstellung. Spannung, ob dann doch alles wieder gut abläuft, bleibt allerdings wohl immer dabei.
Im Moment zumindest geht es Dimma gut. Ihr Temperament ist ein wenig gedrosselt, toben und spielen mit ihrer Tochter Emma ist – sehr zum Leidwesen dieser – nicht mehr so angesagt. Doch der Spielturm wird noch elegant genommen, zu schön ist der geliebte Augenblick oben auf der Plattform, jetzt endlich in der Frühjahrssonne und mit dem weiten Blick über die Felder. Vielleicht schickt sie dann kleine Botschaften an ihre Welpen, die von Natur, Weite, Meer und den Möwen in der Luft erzählen.
Der Vater der Welpen kommt vom Kennel Lyngbakken, ca. zwei Stunden von Wikkegaard entfernt und heißt Cäsar. Ein ruhiger netter junger Rüde, kaffeebraun und mit einem Blick, der Herzen zum Schmelzen bringt. Honeymoon war gemeinsames Erleben, doch dann zog es Dimma offenbar schnell wieder nach Hause. Wie der Blitz verschwand sie im wartenden Auto, glücklich „ihre Lieben“ wieder um sich haben.
Nun heißt es: noch ein bisschen warten und vor allen Dingen das große Ereignis vorzubereiten. Am 7. Mai ist Termin.

Osterseminar 2015

Input-Output und eine ganze Menge neuer Erfahrungen und Erkenntnisse – Weiterbildung in tiergestützter Therapie und Pädagogik

IMG_1438Ein Hundeausdruck sagt manchmal mehr als viele Worte. Dankas fröhliches Hundelachen steckt an und der lustige „Schnappschuss“ wirkt auf mich wie das Symbol einer einmal wieder erlebnisreichen und frohen Seminarzeit auf Wikkegaard.

Da waren zuerst die bereits „fortgeschrittenen zwei- und vierbeinigen Teilnehmer“ des 3. Moduls.
Bei der Begrüßung auf dem Vorplatz des angemieteten Seminarhauses am Rande des Nationalparks Thy zeigte sich Wiedersehensfreude in herzlichen Umarmungen und spontanen Erzählungen „wie es denn war… in der Zwischenzeit…mit Hund, Klienten und manchmal auch privat, wie die Anreise verlief, wo man Unterkunft gefunden hatte“ und immer wieder „wie sehr sich doch ein jeder auf das einwöchige Zusammensein freute“. Osterseminar 2015 weiterlesen

Der Unsinn von quietschendem Spielzeug

Lulu hat eins, Theo auch, Felix nicht, und die süße kleine Molly hat gleich drei, sogar in pink.

Bei Lulu ist es in einem Karton versteckt. Sie findet es unter den begeisterten Blicken und Rufen ihrer menschlichen Mitbewohner. Es ist dekoriert mit zahlreichen köstlichen und selbstgebackenen Leckerchen und steht auf ihrem Gabentisch zum Geburtstag: „Ja, schau, sie hat sofort ihr Päckchen gefunden. Wie klug sie doch ist!“ Der Unsinn von quietschendem Spielzeug weiterlesen

Schneckennase – Hundenase – das Prinzip ist geblieben

Die Wasserschnecke kriecht über den Meeresboden. Mit ihren Chemorezeptoren, Sinneszellen zur Wahrnehmung von chemischen Substanzen, „prüft“ sie die Wasserqualität. Bei gefährlichen Partikeln entsteht ein Erregungssignal, das seinen Weg zum Cerebralganglion oberhalb ihres Schlundes findet und ein schnelles Schließen ihrer Mantelhöhle bewirkt, noch bevor die darin liegenden Kiemen dieses Gift passieren können. Nährstoffe dagegen, die ihren Energiebedarf befriedigen, sind willkommen, und die Kiemen filtern sie sorgsam aus dem kleinen Wasserstrom, der sie durchläuft. Osphradium, duftendes Sträußchen aus dem Griechischen übersetzt, heißt dieses Sinnesorgan am Rand der Mantelhöhle kurz vor den Kiemen.

Den dieser „Fundsache“ zugrunde liegenden Text habe ich bei spektrum.de unter Osphradium gefunden. Er ließ mich in der Beschreibung an die Möglichkeit eines frühen Vorläufers olfaktorischer Wahrnehmung denken. Vielleicht, irgendwann auf dem Weg der Evolution leistete dieses „bunte Sträußchen“ eventuell seinen Beitrag zur exzellenten und vielfältig einsetzbaren Hundenase oder sogar zum kulturverwöhnten Riecher des Menschen. Nun, die Fähigkeiten des menschlichen Riechkolbens und ganz besonders auch die des Hundes unterscheiden sich zwar wesentlich von denen einer Schnecke, aber – ehrlich – s o weit haben uns die paar hunderte Millionen Jahre Evolution dann doch nicht voneinander entfernt: das Prinzip Schnüffeln-Erregung-Reaktion ist recht einfach geblieben. Es muss sich wohl bewährt haben.