Dorkas Welt – wo findet er sie?

Ein Golden Retriever mit Eignung zur Therapiehundeausbildung sucht sein Zuhause

Dorkas, Assistenzhund zur weiteren Ausbildug

Dorkas, Golden Retriever zur weiteren Ausbildug

An seinem empfindlichen Nasenspiegel mag er es besonders gern, wenn ich sanft mit meinem Finger darüber streiche oder sich unsere Nasen berühren. Dorkas liebt vertraute Nähe.

Der relativ kleine stämmige Kerl mit dem dichten hellen Fell sucht oft die Nähe der Menschen. Da kann es auch geschehen, dass er aus dem Stand heraus vorsichtig seine Vorderpfoten um die Taille seines Gegenübers legt und so Augenkontakt sucht. Eine Geste, mit der er Aufmerksamkeit möchte und um Bestätigung seiner Annäherungswünsche bittet. Die vierzehnjährige Lena sagte einmal dazu: „Ich denke immer, dass er mich fragt, ob ich ihn lieb habe.“ Menschen, Nähe, Schmusen, das ist aber nur eine Seite von Dorkas.

Im Rudel fällt schnell auf, dass Dorkas seine ganz bestimmten Aufgaben hat, die er erfüllt und auch für sich beansprucht. Als die 10 Welpen aus dem “D-Wurf” alle noch zusammen liefen, gehörte er, zusammen mit Dokker eindeutig zur Rudelführungsgruppe. Für seinen  Bruder Dokker, den Alpha, löste Dorkas als „bester Mann“ so manchen Disput; auch manchmal mit Flanke oder kräftigem Schnauzenstoß. Ein Blickaustausch zwischen Dokker und Dorkas – kaum wahrnehmbar von uns Menschen – genügte, und Dorkas handelte da, wo Dokker es ihm auftrug. Dorkas bekam auf Wikkegaard scherzhaft den Beinamen „Dokkers Haudegen“, obwohl es niemals zu wirklichen folgenschweren Auseinandersetzungen kam. Dokker und Dorkas waren akzeptiert und respektiert.

Nach dem beide Hunde entwicklungsgemäß am Ende ihrer Pubertät waren, war Dorkas mit diesen Delegationen nicht mehr einverstanden. Der Streit begann – wie wohl so oft im Menschenleben auch – mit dem wachsenden Interesse an der Frauenwelt. Und diese hieß hier Dilja und Danka, zwei Schwestern der beiden, aber das kümmert Hunde eben wenig.

Wikkegaards Dilja bewacht das Trinknapf für den werdenden Alpha-Rudel Dorkas.

Dilja bewacht das Trinknapf

Dorkas liebte Dilja und Dilja liebte nur Dorkas. Das war das Verhängnis. Täglich mehrmals war zu beobachten, wie Dilja jedes neu gefüllte Wassernapf bewachte, und dies so lange, bis Dorkas das köstliche Nass probiert hatte. Und dass Dorkas Dilja liebte, zeigte sich daran, dass er ausschließlich nur Dilja die Ohren und die Augen leckte und nicht protestierte, wenn – das ist angemessen und nett gemeint- die gefräßige Dilja den letzten Rest aus Dorkas’ Futternapf als den ihren ansah.

Mit dieser liebe schien der Alpha Dokker allerdings nicht einverstanden. Es war wohl das einzige Mal, dass ich Dokker eines Tages dann in einer Drohgebärde Dorkas gegenüber sah, die „nicht von schlechten Eltern war“ und eindeutig einen bevorstehenden ernsten Kampf anzeigte.

Vielleicht bin ich nicht die Mutigste unter den Rudelbesitzern, mein Herz schlug viel zu sehr für beide Hunde, und ich handelte spontan und ohne nachzudenken. Bevor es zum Äußersten kommen konnte, trennte ich die Rüden. Doch einmal aus dem Rudel genommen bekam ich Dorkas nicht mehr wieer hinein. Das klingt traurig, aber bei Hunden geht es anders zu als bei Menschen.

Dorkas darf als erster trinken

Ich dachte: Dokker ohne Dorkas ist überfordert. Er hatte nie Kampfbereitschaft gezeigt, brauchte sie auch nicht, der Respekt der anderen Hunde beruhte auf seiner Klugheit, seiner Umsicht, seiner Sensibilität, was ihm half Probleme schnell und sicher zu lösen.  Für die Durchsetzung mittels Kraft hatte er Dorkas, und der war nun nicht mehr für ihn verfügbar. Um als menschliche Rudelführung für beide Hunde das Problem zu lösen, ordnete ich beiden Hunden – das geschah langsam nach und nach – ein eigenes Rudel zu, indem ich Dokker entlastete und Dorkas eine Aufgabe gab.

Viele Monate danach kann ich sagen: Es hat geklappt. Dorkas ist ein guter Rudelführer, der – anders als Dokker – auch gern einmal deutlich zeigt, was nicht erlaubt ist, aber eigentlich nie einen wirklichen Kampf nötig hatte, um sich zu behaupten.

Dorkas ist ein selbstbewusster, dennoch vorsichtiger Rüde, umsichtig im Rudel, aber in der Nähe der Menschen oft auch träumend. Hier gibt er gern seine dominante Position auf, wird klein und anschmiegsam. Training ist für ihn auch offenbar nicht das, was er sich vom Leben erträumt hat. Er macht mit, weil er viel zu gern mit Menschen zusammen ist und es mag, wenn man sich über ihn freut. Aber lieber würde er blos spielen, Bällen und Stöcken hinterherjagen, einfach nur durch die Wiesen und Wälder streifen. Und wenn er dann noch Zeit findet, stehenzubleiben und einen kleinen krabbelnden Käfer mit der Pfote zu berühren oder mit der Nase voranstupsen dürfte, dann wäre seine Welt völlig in Ordnung.

Mehr über Dorkas:

Geboren am 8. September 2009

  • Stammbuch, geimpft, gechippt, entwurmt
  • Zertifikat für die Teilnahme am Aufzuchtsprogramm „Förderung der Sinne und Fähigkeiten“
  • Welpentest in der 8. Woche mit dem Ergebnis: „Geeignet für die Ausbildung zu einem Assistenzhund, speziell Therapiehund, geeignet als Familienhund
  • Rudelerfahrung, auch mit älteren Hunden
  • Teilnahme an Wikkegaards Projekt 2010
  • Altersentsprechende Grundausbildung in den Bereichen Förderung der Sinne und Fähigkeiten, Gehorsamstraining, Körperkontakttraining, Desensibilisierungsübungen , Clickertraining

Weitere Informationen gern bei Nachfrage

Reinrassiger Golden Retriever; mittelgroß, stämmiger Rüde mit hellem dichtem Fell, niedlichem Nasenstups und warmen dunklen Augen; fröhlich, entspannt, ruhig, spielfreudig, apportiert gern, balgt sich mit seinen Geschwistern ohne zu verletzen; sehr kontaktbezogen zu Menschen und Hunden mit deutlichem Ausdrucksverhalten, sensibel für Stimmung und Atmosphäre, schmust gern, auch bei großer Dichte; im Training interessiert, bevorzugt aber das spielerische, freudige und belohnende Lernen, entwickelt gern Eigenideen;

Bilder: Das Porträt von Dorkas
Dilja bewacht das Trinknapf
Dilja, Dorkas darf trinken

Ein Gedanke zu “Dorkas Welt – wo findet er sie?

  1. Guten Abend,
    ich habe eben die Suchanzeige von Dorkas gelesen und musste mich daraufhin sofort bei ihnen melden. Mein Partner und ich arbeiten beide (Heilerziehungspfleger) mit Menschen mit Behinderung (von ganz jung bis alt). Wir haben uns im September diesen Jahres unseren Traum eines kleinen Bauernhofes erfüllt und möchten in den nächsten Jahren vor Ort unter anderem die tiergestützte Therapie anbieten. Nun suchen wir schon seit einigen Wochen nach einem Familienmitglied der sich über ein solches zuhause freuen würde und dessen Wesen zu unserem Vorhaben passt. Bei Interesse und falls Dorkas überhaupt noch in ihrer Obhut ist, schicke ich gerne auch ein paar Fotos unseres Anwesens :) Herzliche Grüße, Tanja