Darjus hat im Oktober dieses Jahres zusammen mit Veronika die „Weiterbildung, verbunden mit der Ausbildung eines Therapiehundes“ erfolgreich abgeschlossen. Mit Kenndecke und Zertifikat arbeitet er nun als ausgebildeter Therapiehund in einer Förderschule. Hauke ist einer der ersten Schüler, bei denen Darjus schon während dieser Ausbildung Veronikas Arbeit als Lehrerin unterstützte.
Anfangs ließ der Junge nur seinen Arm seitlich neben seinem Rollstuhl herunterhängen, wenn Darjus in der Nähe war. Mit viel Geduld und Mühe versuchte er, immer wieder nach dem Hund zu greifen. Doch seine Spasmen erschwerten ein zielgerichtetes Handeln. Mittlerweile ist zwischen Hauke und Darjus eine dicke Freundschaft entstanden, und Darjus hat ganz von selbst selbst herausgefunden, dass er dem Jungen entgegen kommen und sich neben den Rollstuhl stellen muss, damit er Haukes Zärtlichkeiten entgegennehmen kann. Bei so viel gegenseitiger Zuneigung macht es dann auch nichts, wenn Haukes Streicheln etwas grober ausfällt oder sich seine Finger dann doch im Fell vergraben.
Unter den Schülern hat Darjus viele Freunde gefunden und in „arbeitsfreien Stunden“ weckt sein Fehlen sofort Besorgnis: „Wo ist Darjus? Ist er krank?“ Veronika sagt dazu: „Irgendwie vermittelt Darjus jedem Schüler, dass er ihn – ausgerechnet ihn – besonders mag. Ich glaube, das ist das Wertvollste, was in der tiergestützten Arbeit geschehen kann.“
Ein besonders Vergnügen bereitet Hauke, Darjus sein Schaf zuzuwerfen. Der Junge braucht dazu die Hilfe der Einzelfallhelferin Melanie, die ihm den Arm hält, doch die Hand öffnen und im richtigen Moment loslassen, das muss er ganz alleine schaffen. Nach einigen Versuchen gelingt es ihm und seine Freude ist riesengroß, als Darjus das Stofftier mit seinen Pfoten bedeckt.
So wie Hauke, fühlen sich viele Schüler durch den Hund motiviert, Bewegungen auszuführen, die dem Hund gelten und „wie von selbst“ geschehen. So werden Denkleistungen mit Handlungen und positiven Emotionen verbunden. Die Kinder überwinden mit Eifer und Freude die Grenzen ihrer Beeinträchtigungen und drapieren z.B. Piktogramme um den Kopf des Hundes: Nase, Augen, Mund….. Ihr Tun hat für sie Bedeutung, denn es sind Darjus Nase, Augen und Mund. Erfahrungen, Lernen und Fühlen mischen sich und werden zu wieder abrufbaren Erinnerungen. Das ist nicht nur schön, sondern fördert zugleich die geistigen Entwicklungsprozesse.
Bei allen Vorteilen, die der Hund in der tiergestützten Arbeit zu Gunsten des Kindes bringt, bleiben Erfolge immer abhängig von den Fähigkeiten des Pädagogen oder auch Therapeuten. Das betrifft einmal sein fachliches Können, zum anderen aber auch sein Verständnis von den Einsatz- und Leistungsmöglichkeiten des Hundes. Darjus kennt seinen „Lohn“, der nach jedem gelegten Piktogramm – ob richtig oder verkehrt – ihm sicher ist und sein ruhiges Liegenbleiben honoriert. So kann er getrost entspannen und eine Weile warten. Er hat gelernt, dass Zusammenarbeit mit Veronika ihm stets ausreichende „Beute“ für den Tagesbedarf, viel Anerkennung und Aufmerksamkeit sichert. Eine höchst elementare Voraussetzung für ein zufriedenes Retrieverleben!
Darjus wurde auf Wikkegaard 2009 geboren. Schon im Welpenaufzuchtsprogramm zeigte er adäquate Anlagen für eine Therapiehundeausbildung, blieb aber zunächst auf Wikkegaard und lebte hier im Hunderudel.
Bis Sommer 2010 erhielt er eine Grundausbildung im Gehorsam und Förderung durch Kontaktübungen, und in anlagegegebenen Fähigkeiten. Mit Veronika absolvierte er seit Sommer 2010 das Seminar “Weiterbildung, verbunden mit der Ausbildung eines Therapiehundes” und lebt inzwischen in seiner neuen Familie in Deutschland.



