Neujahrsgruß

Wir auf Wikkegaard wünschen allen Lesern ein gesundes und gutes Neues Jahr!

Foto: Hinnerk WeilerDie Hunde haben die vielen Raketen, die in der Silvesternacht rund um Wikkegaard den Himmel erleuchteten, gut überstanden. Die sieben Monate alten Labradore rückten etwas näher zusammen. Es schien, als fühlten sie sich durch den Lärm und die wechselnden hellen bis grellen Lichtblitze eher in ihrem Schlaf gestört als beunruhigt. Einige der erwachsenen Tiere verließen ihr Lager und kamen zu mir an die Küchentür, um zu schauen, was mich da interessierte. Dorkas stellte sich auf die Hinterbeine, umschlang mit den Vorderpfoten sanft meine Taille, stützte seinen Körper an meinem und schmiegte seinen dicken wuscheligen Kopf eng an mich. Ich legte meinen Arm um ihn. So blieben wir eine Weile stehen und schauten dem Farbenspiel am Himmel zu.

Dies sind Augenblicke, in denen ich etwas von dem spüre, was zwischen Mensch und Hund über Jahrtausende gewachsen ist: eine wortlose Innigkeit, eine selbstverständliche Verbundenheit, gründend in den Wurzeln gemeinsamer Natur.

Die ersten Wintermonate, die hinter uns liegen, sind durch die extremen Temperaturen, den vielen Regen und die heftigen Stürme für Mensch und Hund nicht leicht gewesen. Die Gehege stehen an manchen Tagen nahezu unter Wasser. Für die Hunde ist das oft auch ein herrliches Spiel. Nur diese Zeit zum Spielen und Toben ist begrenzt, denn irgendwann wird auch ein Retriever müde und der sonst übliche Erholungsschlaf ist in Nässe und Kälte zu kurz. Da geht es hinein ins Haus, zum Aufwärmen und im wahrsten Sinne des Wortes zum Trocknen. Für uns Menschen bedeutet das: mehrere Kehrschaufeln Sand und ebenso viele Eimer Schmutzwasser. Es ist sicher kein Wunder, wenn ich manchmal von wunderbar reinem weißen Schnee träume, so wie ich ihn hier oben im Norden schon oft erleben konnte.
Wenn ich jetzt aus dem Fenster meines Arbeitszimmers schaue, blüht vor mir im Blumenkasten die letzte rote Geranie und wenig dahinter schauen die ersten Schneeglöckchenbüschel weiß aus dem grünen Rasen. 2012 werden wir Erdbeeren aus Grönland kaufen können, zumindest wurden sie laut Zeitungsnachricht im August dort erstmals angebaut.

Klimawandel? Vielleicht…wahrscheinlich. Macht es traurig? Ja. Mildert es die Lebensfreude? Nein, denn es ist unsere Zeit, in der wir leben: Mensch, Tier, Natur. Unsere kleine Etappe in der Evolutionsgeschichte. Und der Mensch hat die große Chance, sie mitzugestalten. Das will ich auch 2012 nicht vergessen!

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