Der „intensive Weg“ – Gedanken zum 1. Modul auf Wikkegaard

Auf dem Weg nach Wikkegaard, mit meinem Junghund im Gepäck und neugierig, was mich erwartet:

Auf Umwegen hatte ich von Wikkegaard gehört, doch sofort fühlte ich mich angesprochen, wollte mehr erfahren und herausfinden, ob ich das, was ich mir vorstellte, dort finden würde!

IMG_6550Der Zeitpunkt war genau der richtige, denn ich stand mit meinem 10 Monate alten „Hundenachwuchs“ vor der Entscheidung, wo ich die „Weiterbildung in tiergestützter Therapie und Pädagogik“  machen möchte.

Es gibt eben keine Zufälle, denke ich immer wieder und auch Umwege, oder, wie sich im weiteren zeigte, bedachtsame Wege  machen Sinn: Ich durfte feststellen, dass Wikkegaard nicht heißt der „schnelle Weg“, sondern der „intensive Weg“ – und den geht man bedächtig! Das heißt also: ich habe mich auf den Weg gemacht. Ich wollte  herauszufinden, was das Wikkegaard-Institut  mir und meinem Hund mitgeben konnte und reiste zusammen mit meinem Hund zum 1. Modul.

IMG_6481Neben dem ausgesprochen herzlichen  „Wohlfühlempfang“ für Hund und Mensch, gab es schon in dieser ersten Woche viel Lehrreiches, Informatives und Anregendes, das bereits im Gepäck der Heimreise anfing zu „gären“, zu arbeiten und später auch bei der Arbeit schon erste Knospen der praktischen Anwendung, trieb.

Trotzdem dachte ich zunächst: „Eigentlich ist vieles nicht so neu,“  Das mochte zum Teil auch stimmen.  Neu wurde der Blickwinkel, der sich für mich veränderte, bewusster wurde und sich erweiterte! So z.B. wurde mir erneut bewusst, wie ausdrucksstark unsere Körpersprache und die des Hundes ist. So anders und unverfälscht, als unsere verbalen Äußerungen. Und, dass unsere Hunde „Künstler“ sind, für uns vielleicht schon manchmal „Magier“, darin, all die feinen Signale, die wir Menschen und andere Hunde aussenden,  zu lesen! In der Schnelligkeit und oft auch Unbewusstheit dieser nicht-verbalen Sprache, geht uns so viel verloren, was unser Hund besser erkennen kann – ist doch diese Sprache auch „seine“ Sprache. Die Möglichkeiten, mit denen er Atmosphäre und Befindlichkeiten des Menschen  – wiederspiegeln kann, beeindruckend.

IMG_6836Nun, wieder zuhause und in meinem Beruf erlebe ich, dass nicht nur die Arbeit und der Umgang mit meinem Hund, sondern besonders meine Wahrnehmung insgesamt angeregt wird. Das bereichert nicht nur mich, sondern auch uns, d.h. die Beziehung zwischen mir und meinem Hund!

Das Seminar war für mich, die schon länger im Berufsalltag steht, wieder einmal ein „Türöffner“! Ein „Türöffner“ für Mut und für Wach sein und vielleicht auch neue Kreativität. Vor allem aber wurde mir klar, den „Wachmacher“ habe ich an meiner Seite! Mein Hund zeigt mir an, ob etwas stimmig ist oder nicht und als Helfer, z.B. im Kontakt zum Kind, bringt er zu Tage oder es auf den Punkt, was in mir, als menschliches Gegenüber, erst langsam zu wachsen beginnt. An mir bleibt es, dies mit dem Kind zu formulieren oder noch zu warten, bis der Weg freier dafür geworden ist.

Auf meiner ersten Fahrt  nach Dänemark wurde ich nicht nur begleitet von Neugierde, sondern auch von Zweifeln, z.B. ob sich der Aufwand lohnt. Ich habe gefunden was ich mir erhofft habe: Einen Ausdruck, eine Erklärung, eine Bestätigung dafür, was zwischen Mensch und Hund geschieht und wie dieser „zauberhafte Austausch“ wirkt!

Nicht nur spielen mit dem Hund, nicht nur hilfreiche erlernte Tricks, nicht nur ein gut erzogener Hund, was alles notwendig ist und seine Berechtigung hat, sondern „die Sprache zwischen Mensch und Hund und der Reichtum, der darin liegt, diese zu übersetzen, zu transportieren und schließlich, therapeutisch zu nutzen!“

IMG_6621Dieser „bedächtige“ Weg ist wahrlich sehr anregend, und ich freue mich schon auf das nächste Modul. Den „guten Blick“ für etwas hat man nicht irgendwann mal erlernt, ich denke man darf ihn immer wieder trainieren und immer wieder Neues entdecken. Es lohnt sich!!!