Archiv der Kategorie: Fundsachen

Entdeckungen im Internet, Bücher, Filme, Vorträge. Hier sammeln wir lesenswerte Dinge rund um tiergestützte Therapie und Pädagogik.

Wer ist toleranter: Wolf oder Hund?

Angesichts der lebhaften Diskussionen, ob nun die Wölfe eine Daseinsberechtigung in Deutschlands Regionen haben dürfen oder nicht, ist dieses Forschungsergebnis sicher interessant:

Am Messerli-Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien galt eine Forschung dem Thema Testing the myth: tolerant dogs and aggressive wolves, durchgeführt von den Biologinnen Friederike Range, Caroline Ritter, Zsófia Virányi vom Wolf Science Centre, in Ernstbrunn, Österreich. Wer ist toleranter: Wolf oder Hund? weiterlesen

Schneckennase – Hundenase – das Prinzip ist geblieben

Die Wasserschnecke kriecht über den Meeresboden. Mit ihren Chemorezeptoren, Sinneszellen zur Wahrnehmung von chemischen Substanzen, „prüft“ sie die Wasserqualität. Bei gefährlichen Partikeln entsteht ein Erregungssignal, das seinen Weg zum Cerebralganglion oberhalb ihres Schlundes findet und ein schnelles Schließen ihrer Mantelhöhle bewirkt, noch bevor die darin liegenden Kiemen dieses Gift passieren können. Nährstoffe dagegen, die ihren Energiebedarf befriedigen, sind willkommen, und die Kiemen filtern sie sorgsam aus dem kleinen Wasserstrom, der sie durchläuft. Osphradium, duftendes Sträußchen aus dem Griechischen übersetzt, heißt dieses Sinnesorgan am Rand der Mantelhöhle kurz vor den Kiemen.

Den dieser „Fundsache“ zugrunde liegenden Text habe ich bei spektrum.de unter Osphradium gefunden. Er ließ mich in der Beschreibung an die Möglichkeit eines frühen Vorläufers olfaktorischer Wahrnehmung denken. Vielleicht, irgendwann auf dem Weg der Evolution leistete dieses „bunte Sträußchen“ eventuell seinen Beitrag zur exzellenten und vielfältig einsetzbaren Hundenase oder sogar zum kulturverwöhnten Riecher des Menschen. Nun, die Fähigkeiten des menschlichen Riechkolbens und ganz besonders auch die des Hundes unterscheiden sich zwar wesentlich von denen einer Schnecke, aber – ehrlich – s o weit haben uns die paar hunderte Millionen Jahre Evolution dann doch nicht voneinander entfernt: das Prinzip Schnüffeln-Erregung-Reaktion ist recht einfach geblieben. Es muss sich wohl bewährt haben.