Archiv der Kategorie: Portal

Vom Hundeflüstern und Hundelauschen

Es ist noch nicht lange her, da nannte mich ein Gast auf Wikkegaard aufgrund meiner jahrzehntelangen Erfahrungen mit Hunden, eine „Hundeflüsterin“. Meine Antwort war: „Meinen Sie wirklich, dass ich Hunde wie Hundeflüsterer betrachte? Ein solcher Eindruck würde mich zu tiefst erschrecken.“ Das kurze Gespräch, das dem folgte und in dem ich versuchte, mein Erschrecken über diese Aussage über mich zu erklären, wurde zu einem Auftakt vieler Gedanken Vom Hundeflüstern und Hundelauschen weiterlesen

Hundegestützte Psychotherapie

Ein Bericht aus einer psychotherapeutischen Praxis für Kinder und Jugendliche.

Vortrag von Gerd Ganser auf der Tagung Tiergestützte Psychotherapie vom 9.10. bis 10.10.2015

Übersicht
Ich möchte Ihnen zunächst eine Übersicht über meinen Vortrag geben und meine Argumentationslinie aufzeigen.

Interaktion, Dialog
In der hundegestützten Psychotherapie, wie ich sie verstehe, geht es zunächst darum, dass es zu einer Interaktion, zu einem echten Dialog zwischen Patient und Hund kommt. Ein passiver, nur anwesender Hund, dient vielleicht einer Verbesserung des Raumklimas, ist aber keine Grundlage für eine spezifisch hundegestützte Therapie.

Subjekt, Ausdrucksverhalten
Der Hund kann nur ein Dialogpartner sein, wenn er eigenständig, als Subjekt handeln und sich ausdrücken darf. Ein Hund der so trainiert wurde, dass er sich z.B. streicheln lässt, obwohl ihm dies nicht gefällt , der sich also nicht ausdrückt, ist kein Dialogpartner.

implizites Beziehungswissen
In der Interaktion von Patient und Hund wird implizites Beziehungswissen, die sog. inneren Arbeitsmodellen, sichtbar.

Mentalisieren
Dies gilt es zu verstehen und in Sprache zu bringen – zu mentalisieren.

Ausbildung/Konsequenzen
Zum Schluss werde ich noch die Auswirkungen ansprechen, die sich aus dieser Sichtweise ergeben. Hundegestützte Psychotherapie weiterlesen

Gedanken zur Biophilie

Kurz nach Mitternacht beginnt draußen das Feuerwerk und begrüßt das Jahr 2015. Der leise melodische Klang unserer Sektgläser beim Anstoßen gibt einen Kontrast zu dem immer mehr zunehmenden Lärm. Wir prosten einander viele gute Wünsche zu.

FeuerwerkEsko, Isabelles Labradorrüde, läuft mit uns nach draußen in den Hof. Die Raketen erleuchten den Himmel. Sie werden aufgrund der Hanglage des Grundstücks unten im Dorf gezündet, so dass wir keine überraschenden Landungen bei uns erwarten müssen. Dennoch bewundern wir Eskos Mut, der wohl ein Resultat seiner uns gut bekannten ausgeprägten Neugierde ist. Gedanken zur Biophilie weiterlesen

Tiergestützte tiefenpsychologische Psychotherapie, Ein Bericht aus der Praxis

Das Script für den Vortrag „Tiergestützte tiefenpsychologische Psychotherapie, Ein Bericht aus der Praxis“ in der Luisenklinik, Bad Dürrheim am 15.10.14, Gerd Ganser

Ich möchte mich für die Einladung bedanken – besonders natürlich bei Herrn Bailer, der über meinen Artikel im Psychotherapeutenjournal aufmerksam wurde. Ich habe eine Psychotherapeutische Praxis für Kinder und Jugendliche in Konstanz und kenne die Luisenklinik über die Zusammenarbeit bei gemeinsamen Patienten. Ich freue mich über Ihr Interesse an einer doch außergewöhnlichen Spielart der Psychotherapie, der tiergestützte Psychotherapie. Ich möchte heute aber nicht über tiergestützte Therapie im Allgemeinen, sondern konkret über die Arbeit mit meiner Hündin Danka berichten. Tiergestützte tiefenpsychologische Psychotherapie, Ein Bericht aus der Praxis weiterlesen

Der Einsatz eines Therapiehundes in der tiefenpsychologischen Kinderpsychotherapie

 

Gerd Ganser, Kinder und Jugendlichenpsychotherapeut aus Konstanz
Gerd Ganser, Kinder und Jugendlichenpsychotherapeut aus Konstanz schreibt über den Einsatz von Therapiehunden in der tiefenpsychologischen Arbeit mit Kindern.

Der Einsatz eines Therapiehundes in einer tiefenpsychologischen Kinderpsychotherapie verändert das Setting und eröffnet die Möglichkeit, triangulierende Prozesse zu fördern. Ein Hund kann die Patientinnen und Patienten motivieren, sich für den Psychotherapieprozess zu öffnen, und die Psychotherapie lebendiger werden lassen. Die Reaktionen eines Hundes mit seinen besonderen „Antennen“ verweisen auf frühe, vorsprachliche Erfahrungen, die psychotherapeutisch aufgegriffen werden können. Wichtige Therapiethemen wie Aggression, Libido und Anpassung inszenieren sich durch den Hund konkret erfahrbar im Therapieraum und können durch szenisches Verstehen und Mentalisieren im psychotherapeutischen Prozess bearbeitet werden.

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