Archiv der Kategorie: Hunde

Therapiehundeausbildung und allgemeine Hintergründe zum Umgang und Wesen des Hundes.

Nostalgie im Hundespiel

„So intensiv, freudig und dennoch entspannt spielt Maja zuhause nie mit anderen Hunden!“ Anke und Maja sind zu Besuch auf Wikkegaard. Wir sitzen auf dem Hof und schauen Esko und Maja zu. Maja hat unter dem Gebüsch einen Ball gefunden, nimmt ihn auf und läuft im schnellen Tempo Esko entgegen. Kurz vor ihm schlägt sie im Lauf einen gekonnten „Haken“. Ihr Kopf schwingt zur Seite, so dass der Ball fast Eskos Schnauze berührt. Doch dann ist Maja auch schon wieder einige Meter entfernt von ihm. Esko jagt hinterher, holt Maja ein, greift mit seinem Maul nach Majas Ball und hält ihn geschickt und kraftvoll mit den Zähnen fest, während Maja sich entschlossen zeigt, den Ball nicht abzugeben. Die Köpfe der beiden stehen sich gegenüber. Gleichmäßig schwingen sie hin und her, immer den Ball in der Mitte ihrer Mäuler. Dann gibt Esko galant den Ball frei, und Maja läuft mit hocherhobenen Kopf, den Ball stolz präsentierend an uns vorbei. Nostalgie im Hundespiel weiterlesen

Der Unsinn von quietschendem Spielzeug

Lulu hat eins, Theo auch, Felix nicht, und die süße kleine Molly hat gleich drei, sogar in pink.

Bei Lulu ist es in einem Karton versteckt. Sie findet es unter den begeisterten Blicken und Rufen ihrer menschlichen Mitbewohner. Es ist dekoriert mit zahlreichen köstlichen und selbstgebackenen Leckerchen und steht auf ihrem Gabentisch zum Geburtstag: „Ja, schau, sie hat sofort ihr Päckchen gefunden. Wie klug sie doch ist!“ Der Unsinn von quietschendem Spielzeug weiterlesen

Eignungstest als Voraussetzung für den Einsatz eines Hundes in tiergestützter Arbeit?

„Absolute Duldung kontra Ausdrucksverhalten – soll das wirklich zu einer Diskussion in tiergestützter Arbeit werden?“

Überlegungen zu einem Artikel in der „Tiergestützten“, Ausgabe 3/2014 *) von Bettina Mutschler und Dr. Rainer Wohlfahrt zu dem Thema: Kann man einschätzen, ob sich Hunde für den tiergestützten Einsatz eignen?

  Meine Betroffenheit über grundlegende Voraussetzungen dieses Tests, den Inhalten der Testaufgaben und der Vorgehensweise im Kontakt mit den Hunden war so groß, dass ich dazu in der darauf folgenden Ausgabe 4/2014 des gleichen Magazins Stellung bezogen habe.

Hier möchte ich noch einmal die wesentlichen Punkte dieser Kritik anhand der einzelnen Schritte des „Assessments“, herausstellen, das die Autoren zur Überprüfung der Eignung von Therapiehunden im therapeutischen und pädagogischen Einsatz entworfen, an Hunden erprobten und vorgestellt haben.

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Bele ist überall, wo wir an sie denken

Bele ist nicht mehr unter uns,
aber sie ist überall dort,
wo wir an sie denken.

Retrieverhündin Bele
Bele (alle Fotos: Hinnerk Weiler)

Sie starb bereits am 14. November 2014 an einem inoperablen Tumor und ruht nun neben ihrer Mutter Wikke. In unseren Erinnerungen bleibt sie als ruhige, freundliche und unendlich fürsorgliche Mutter ihrer insgesamt 16 Welpen unlöslich mit allen, die sie liebten und schätzten, verbunden.

Foto: Hinnerk WeilerEin großer Teil dieser Welpen trägt Beles sanftes Wesen in die Welt und unterstützt Kinder und Erwachsene in Therapie  und Pädagogik. „Elbenhunde“ nannten wir ihre Nachkommen scherzhaft und meinten damit den Zauber dieser hohen Sensibilität für Atmosphäre und der spontanen Empathie für Hund und Mensch.

Bilder von Hinnerk 909 207Bele liebte es, gestreichelt und beschmust zu werden, sie hatte Freude am Training und balancierte wie ein Zirkushund auf den großen Gymnastikbällen. Eigentümlich erschien ihr starkes Bedürfnis „mitzureden“. Mit seltsamen und vielfältigen Vokallauten brachte sie uns Menschen zum Lachen und verführte uns ihr Worte unterzuschieben, an die die Lautbildungen erinnerten und witzig in die Situation passten.

Wir vermissen dich, Bele, aber wir wissen, dass du uns bleibst.

Ihr Name bleibt stete Erinnerung

„Wenn du bei Nacht in den Himmel schaust, wird es dir sein, als leuchten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können. Und wenn du dich getröstet hast, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben.“ (Antoine de Saint Exupéry) auf einem Kartengruß zu Wikkes Tod, danke Isa!

Heute wäre Wikke zwölf Jahre alt geworden. Vor zwei Monaten, am 8. April 2014 schloss sie für immer ihre Augen.

Sie starb so wie sie lebte, ruhig, friedlich und im tiefen Einverständnis mit sich und ihren Menschen. Ihr Teddy, den sie bis zum letzten Augenblick im Maul getragen hatte, lag neben ihr.

Ein schnell wachsender Tumor nahm ihr viel zu früh das Leben.

Wikkes Tod schmerzt. Es sind die kleinen Momente, die kleinen Gesten, die nur ihr gehörten und die nun so manche Augenblicke im Alltag so leer erscheinen lassen. Immer noch ist es, als husche sie zur Tür herein und spränge sie hinzu, um schnell etwas Heruntergefallenes wieder aufzuheben.

Sie war fröhlich und stets so bereit zu gefallen. Ihr kluger Blick schien so viel zu wissen. Umso mehr fehlt sie so plötzlich, nicht nur mir, sondern auch ihren engsten Hundefreunden Annuk und Dimma. Beide kuscheln sich häufiger eng aneinander, geben sich Trost in ihrer Hundeart und finden langsam wieder ins Rudel und den Alltag zurück. Es ist die kleine Emma, die sie aufheitert und mit ihren unermüdlich sprießenden Ideen Hunde und Menschen fasziniert. Unser Leben geht weiter, soll weitergehen.

Tagsüber bleibt Wikke als Namensgeberin für Wikkegaard immer präsent. Die tägliche Arbeit daran steckt voller Erinnerungen an die gemeinsame Zeit seit der Gründung, und die Entwicklung seit dem weckt Vorfreude auf Kommendes.

Wenn ich aber abends an Wikkes Grab stehe und von dem kleinen Hügel ins weite Land schaue, die Sterne über mir blinken, dann gefällt mir Antoine de Saint Exupérys Phantasie: Auf einem dieser Sterne sitzt nun Wikke, mit ihrem Teddy im Maul, schaut herab und winkt mir mit der Pfote zu.