Praxis

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Wikkegaard bietet analytische tiergestützte Psychotherapie für Kinder und Jugendliche an. Die Therapie kann durch Elterngespräche bei entsprechender Indikation begleitet werden.

Einführung in das Konzept der analytischen tiergestützten Psychotherapie (ATPT)

Wikkegaards Therapiehunf beim Einsatz in der Praxis

Analytische tiergestrützte Psychotherapie auf Wikkegaard

Das Konzept der ATPT wurde von mir ab 2003 auf Wikkegaard entwickelt. Es ist aus einer Reihe anfänglich mehr oder weniger „zufälliger“ Erfahrungen mit Hunden als Begleiter in der analytischen psychotherapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen entstanden. Seither wird es in Folge steter Beobachtungen und Erkenntnisse im Zusammensein zwischen Mensch und Hund immer wieder neu überarbeitet, angepasst, erweitert und kontrolliert.

Grundlage und Ausgangspunkt des Konzeptes ist die psychoanalytische Behandlungsmethode und ihr Verständnis von Verhaltensauffälligkeiten mit psychsichem Krankheitswert (Symptomen) bei Kindern und Jugendlichen.

Ursache solcher Symptome sind in der Regel unbewusste Konflikte zwischen elementaren Wünschen oder Bedürfnissen und fehlender Möglichkeit, diese adäquat zu lösen. Betroffene gehen dann häufig Kompromisse zur Lösung ein, die das Leben erträglicher erscheinen lassen sollen. Doch nur allzu oft sind diese Lösungen mit schwerwiegenden Einschränkungen in Lebens- und Entdeckerfreude, Mut und Motivation verbunden. Individuelle Möglichkeiten angemessene Persönlichkeitsentwicklung mit Selbstwert und  gesunden Sozialisierungsprozessen wird so erschwert. In der Folge tritt meist ein Verhalten auf, das ungewöhnlich wirkt, altersunangepasste Defizite ausweist oder schlicht und einfach ein Zusammenleben „unerträglich“ macht.

Alternativ dazu ziehen sich Betroffene zurück und entwickeln Regressionen, Depressionen, Störungen und Erkrankungen in unterschiedlichen Funktionen natürlicher und angemessener Entwicklung. Symptome dafür können Kontaktschwierigkeiten, Probleme in der Schule, Einnässen, Stehlen, permanente Unruhe, Konzentrations- und Schlafstörungen, Ängste und regelrechte Phobien sein. Den Zusammenhang zwischen Entstehungsursache und Folge können weder das Kind und meist auch nicht dessen Eltern herstellen. Denn die Psyche des Menschen schützt sich in solchen Situationen vor schwerwiegenden Belastungen und Erinnerungen an ungute und letztlich krankmachende Erfahrungen werden oft ausgeblendet.

Die psychoanalytische Behandlungsmethode versucht im schutzbietenden Umfeld der Therapie und in weitgehend angstgemildeter Atmosphäre den Zusammenhang zwischen Konflikt und Symptom wieder herzustellen. Sie führt an neue und erfolgreiche Lösungsversuche des Konfliktes heran und begleitet den Patienten im wieder neu aufgenommenen Entwicklungsprozess. Bei Kindern geschieht dies – dem jeweiligen Alter angepasst – durch das gemeinsame Miteinander des Therapeuten und des Kindes im Spiel und Gespräch. Durch begleitende Elterngespräche können auch die Lebensbedingungen des Kindes im häuslichen und schulischen Bereich positive Veränderung finden. Die Elternarbeit ist daher unterstützend und absolut notwendig.

Jugendliche, die ohnehin auf dem Weg sind, sich mehr und mehr vom Elternhaus zu lösen und zu einem eigenen unabhängigen Leben zu finden, gelangen durch Gespräche zu einer anderen Einschätzung und zu prozesshaften Veränderungen in ihrer Situation. Hier helfen Einsichten des Jugendlichen aber ebenso auch Motivationen durch den Therapeuten und ein gemeinsames Aushalten des “im Moment so Unerträglichen”. Gemeinsame Freude über Erreichtes fördert dabei den Fortschritt der Therapie.

Im Konzept der analytischen tiergestützten Behandlungsmethode auf Wikkegaard unterstützen Hunde die Arbeit des Therapeuten und leisten wertvolle Hilfe:

Wikkegaards Therapiehung Wikke bei der "Arbeit"

Die Reaktionen des Hundes sind immer Folgen von augenblicklichem Verhalten und auf das augenblickliche Gefühlsleben ihres Gegenübers ausgerichtet.

Hunde leben im Augenblick, nehmen ihre Umgebung augenblicklich wahr und reagieren augenblicklich. Die Reaktionen des Hundes sind immer Folgen von augenblicklichem Verhalten und auf das augenblickliche Gefühlsleben ihres Gegenübers ausgerichtet. Genauer gesagt sind es schnelle Spiegelungen des Gegenübers. Der Hund nimmt dabei entweder die Befindlichkeiten des anderen an (konforme Spiegelung) oder er agiert durch Aufmuntern, beziehungsweise Beschwichtigen, gegenteilig (reliefartige Spiegelung).

Dies ist in einer therapeutischen Situation gegenüber menschlichen Fähigkeiten, wie Reflektieren, Vergleichen, Beurteilen, das Entwickeln von Plänen und Werten, ein nicht zu unterschätzender Faktor: Ein Therapeut, der die Körpersignale des Hundes lesen und verstehen kann, kann so am Hund die augenblickliche Befindlichkeit des Menschen schnell erkennen und mit seinen Interventionen, Deutungen, Hinweisen, Tröstungen, Aufforderungen usw. punktgenau reagieren. Er erreicht den Menschen da, wo dieser gerade – in diesem Augenblick! – ist und findet für das, was er gibt, eine Bereitschaft zum Hören, oft auch zum Annehmen und Nachdenken. Zusätzlich kann er bei guter Kenntnis des natürlichen Hundeverhaltens die hauptsächlich nonverbale Kommunikation zwischen Kind und Hund beobachten und daran passiv oder auch aktiv teilnehmen.

Diese Art der Kommunikation liegt auf einer frühen Entwicklungsstufe des Kindes und schafft von daher eine Möglichkeit zum Verstehen und Reagieren auf frühe Störungen, in denen Worte noch fehlten.

In tiergestützter Therapie mit Unterstützung des Hundes entstehen so Momente, die den Behandlungsprozess erheblich verkürzen können. Gleichzeitig wird den sich Behandlung widersetzenden Reaktionen des Kindes positiv begegnet. Dies können beispeilsweise Widerstand und Abwehr aus Angst vor Erinnerung, Wiederholung des Leids oder Veränderung in Gewohntem sein. Diese Momente ermöglichen die Nutzung „günstiger“ Augenblicke für Deutungen und Motivationen und ersparen dem Kind erheblich negative Gefühle aus alter Angst und Schulderleben. Zutrauen und Offenheit in der Terapie werden auf diesem Weg beträchtlich gefördert.

Der Hund ist häufig Mittler zwischen Therapeut und Kind

Der Hund ist häufig Mittler zwischen Therapeut und Kind

Witgehend zuverlässige und von dem Therapeuten Einschätzbare Hunde werden von Kindern in der Regel geschätzt (Ausnahmen sind Angst machende Erfahrungen mit Hunden oder überängstliche Eltern, die dem Kind den Umgang mit Hunden erschweren). Viele Kinder wünschen sich einen Hund, sehen in ihm einen Spielkameraden, einen Freund, jemanden, den sie versorgen und pflegen möchten und der immer bei ihnen ist. Hunde können gestreichelt werden, ihr weiches Fell gibt Wärme, ihre Zugewandtheit Nähe, ihr Gehorsam und ihre Abhängigkeit vom Menschen Selbstvertrauen und Selbstwertgefühle.
Hunde setzen andererseits aber auch Grenzen, vergessen nie ihre eigenen Bedürfnisse und Befindlichkeiten und reagieren immer auf nonverbale und verbale, meist atmosphärisch wahrgenommene, Signale ihres Gegenübers.

Dieses zuverlässige Miteinander, gibt dem Kind zusätzlich zur therapeutischen Zuverlässigkeit und Sicherheit ein augenscheinliches und greifbares Maß an Schutz, Anerkennung, Wert und Respekt und mildert auch so die, fast jede Symptomatik begleitende, Angstbereitschaft. Die Kinder sind entspannter und darum mitteilsamer und dies von Anbeginn an.

Die die therapeutische Arbeit oft erschwerende negative Übertragung des Kindes auf den Therapeuten (z.B.: „Ich habe Menschen als verletzend erfahren und darum wirst auch du mich verletzen“) erschwert seltener den Therapieanfang, der Hund wird als Mittler zwischen Therapeut und Kind vom Kind aus eingesetzt (z.B.: „Ich erzähle das lieber deinem Hund“).

ATPT wird in diesem Konzept von ausgebildeten Psychoanalytikern oder analytischen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten praktiziert.

Umfangreiche Kenntnisse über das Hundeverhalten und deren Körper- und Lautsignale sind eine Voraussetzung. Die eingesetzten Hunde haben eine Ausbildung als Therapiehund erhalten. Das bedeutet, dass diese Hunde weitgehend zuverlässig und kontrollierbar sind und durch ein spezielles Training und sorgsame Fürsorge ihres Halters stressfrei die Therapie begleiten können.

Therapiehunde sind jedoch keine Therapeuten, keine Co-Therapeuten und schon gar nicht Wunder vollbringende „Lassies“. Sie sind und bleiben Hunde mit all ihren hundgemäßen Verhaltensweisen, Bedürfnissen und Fähigkeiten. Dass sie hilfreich werden, liegt am Wissen und Verstehen ihres Halters. Dass Menschen Zugang zu ihnen suchen und Hunde den Menschen wollen und brauchen hat eine Jahrtausende alte Tradition. Hundegestützte Therapie kann daher immer nur so gut und so erfolgreich sein, wie der Therapeut sie leisten kann: Wissend, sorgend für seinen Patienten, für den Hund und für sich selbst.

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Er wird wieder wärmer auf Wikkegaard

Wikkegaards Candy nascht Hagebutteneis. Foto: Margarete Weiler

Candy nascht "Hagebutteneis"

Die eisige Kälte dieses Winters hielt uns eine Weile fest umklammert, doch der herrliche Sonnenschein versöhnte und wärmte von innen, wo Kälte draußen zur Passivität und zum „Stubenhocken“ zwang. Ab 10 Uhr, wenn die Sonne höher stand, hielt es keinen Hund mehr auf seiner häuslichen Matte, dann mussten sie tollen, rennen und toben. Der Winter hält aber auch köstliche Abwechslungen bereit, und Candy hat zu Eis gefrorene Hagebutten für sich entdeckt. Im Freigehege wurde der Spielturm zu einer eisigen Rutschbahn, und  rasante Sprints endeten oft in überraschenden Piruetten, zum Glück  immer ohne ernsthafte Folgen. Wikkegaards Hunde sind durch ihr lebhaftes Miteinander eben gut trainiert.

Seit gestern aber steigen wieder die Temperaturen. Der Himmel wird dunkler, schwerer und lässt eine Last größerer Schneemassen erwarten. Die Wettervorhersage spricht von „aufkommenden stärkeren Winden“. Weiterlesen

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