Das Rudel

Wikkegaards Rudel

Ein Retriever aus Wikkegaards Rudel blickt neugierig auf den Fotografen. Foto: Hinnerk Weiler - Bild: 20051112_154532_9CE

Neugierde zwischen Mensch und Hund. Beobachten, Verstehen und Entdecken sind die Kernelemente der Arbeit mit dem Rudel auf Wikkegaard.

„Ich begann mich zu fragen: Wolf, wie bist Du wirklich? Diese Frage zu beantworten, und zwar aus der Sicht eines Wolfes, ist noch heute das Ziel meiner Forschung“, erklärte der Verhaltensforscher Werner Freund 1999 dem Wolf-Forum. Freund, dem es über Jahre gelang, mit erwachsenen Wölfen zusammenzuleben, beschrieb damit sehr gut, was mich 2003 bewogen hat, mit meiner Golden Retriever Hündin „Wikke“ den Grundstein für Wikkegaards Rudel zu setzen.

Inzwischen lebe ich mit dem Rudel in engem täglichen Verbund. Neben meinen aus Literatur, Seminaren und Kontakten mit anderen Rudelbesitzern erworbenen Kenntnissen ist das Rudel der Ort, an dem ich die meisten Erfahrungen über die arteigenen Verhaltens- und Lebensweisen der Hunde mache. Antworten auf meine Frage nach dem wirklichen Wesen des Hundes finde ich hier, und dies hautnah, im permanenten Miteinander.

Ein Golden Retriever aus Wikkegaards Rudel. Foto: Hinnerk Weiler - Bild 20051122-00222245-21-Edit

Entspanntes Zusammenleben

Heute bildet Wikkegaards Rudel meine zentralen Forschungsfelder: Beobachten, Verstehen und Entdecken der Verhaltensweisen im Zusammenleben der Hunde. Das ist die Basis für die Arbeit auf Wikkegaard unter dem Motto „Hunde helfen Kindern“ und den damit verbundenen speziellen Fragen zum Miteinander von Mensch und Hund. Eine weitere Kernaufgabe dabei ist das Schaffen von Voraussetzungen für die Zucht von Hunden, die einer Eignung zum Einsatz in Therapie und Pädagogik möglichst nahe kommen.
Neben dem Forschungsfeld ist das Rudel, und hier liegt der praktische Nutzen, der Ort, an dem die Hunde ihre Art unter Artzugehörigen nahezu ohne Transformation zum menschlichen Umfeld leben können. Hier geben die Großen Hunde an die Kleinen das weiter, was ihre Art zum Leben und Überleben braucht. Sie erfüllen sich artspezifisch ihre Bedürfnisse und lernen ein Verhalten kennen, das zu einem Miteinander innerhalb ihrer Art führt. Die älteren Hunde übernehmen so ganz nebenbei auch eine Rolle in Wikkegaards spezieller Aufzucht für Welpen ein, da sie auch den Verbund mit dem Menschen kennen und ihren Platz in dieser Beziehung gefunden haben. Dieses Zusammensein leben sie sowohl im Miteinander, als auch in der Abgrenzung und führen damit die Jüngeren in die Gemeinschaft mit Menschen ein; bieten dabei Hilfe und Stütze.

Drei Golden etriever aus Wikkegaards Hunderudel im Freigehege

Viel Auslauf und Raum für Spiel und Spaß in Wikkegaards Freigehege

Im Rudel laufen Golden und Labrador Retriever in unterschiedlichen Altersstufen. Flikka, die älteste Hündin wird nun bald 15 Jahre alt, die Jüngsten sind gerade 6 Monate. Das Rudel hat einen „Kern“, der fest zu Wikkegaard gehört und Hunde, die hier geboren sind und bis zum Verkauf ein Training erhalten, dass sie für unterstützende Aufgaben in Therapie und Pädagogik vorbereitet. Es gibt Hündinnen und Rüden. Aufgrund der Zusammensetzung des Rudels und der Flugtationen durch Geburt und Abgabe laufen die Hunde nicht immer alle zusammen in einem Verbund, sondern finden in kleineren Gruppen mehr Ruhe und Zusammengehörigkeit. Sie kennen und sehen sich alle, Begegnungen geben meist keine oder bisher handhabbare Probleme, z.B. dann, wenn eine der Hundedamen gerade läufig ist und der Alpha-Rüde nervös auf andere Rüden in der Umgebung reagiert.

Nachts und bei sehr nasser Wetterlage „wohnen“ die Tiere im Haus, meist aber sind sie draußen in ihren Gehegen, in denen getobt, gebuddelt, gelaufen und geklettert werden kann, Kräuter und Hagebutten vernascht, Äste geschleppt und benagt werden. Highlights im Hundealltag sind wohl das Rudel- und Einzeltraining, die Strand- und Waldspaziergänge oder einfach nur Spaß und Spiel mit den Menschen, just for fun. Dimma mag am liebsten „dabei sein“, egal, was Mensch gerade macht. Mensch und Hund gehören eben seit Jahrtausenden zusammen.

Imressionen aus dem Rudel

Weiterlesen:  Welpen auf Wikkegaard.

Aktuelle Artikel

Er wird wieder wärmer auf Wikkegaard

Wikkegaards Candy nascht Hagebutteneis. Foto: Margarete Weiler

Candy nascht "Hagebutteneis"

Die eisige Kälte dieses Winters hielt uns eine Weile fest umklammert, doch der herrliche Sonnenschein versöhnte und wärmte von innen, wo Kälte draußen zur Passivität und zum „Stubenhocken“ zwang. Ab 10 Uhr, wenn die Sonne höher stand, hielt es keinen Hund mehr auf seiner häuslichen Matte, dann mussten sie tollen, rennen und toben. Der Winter hält aber auch köstliche Abwechslungen bereit, und Candy hat zu Eis gefrorene Hagebutten für sich entdeckt. Im Freigehege wurde der Spielturm zu einer eisigen Rutschbahn, und  rasante Sprints endeten oft in überraschenden Piruetten, zum Glück  immer ohne ernsthafte Folgen. Wikkegaards Hunde sind durch ihr lebhaftes Miteinander eben gut trainiert.

Seit gestern aber steigen wieder die Temperaturen. Der Himmel wird dunkler, schwerer und lässt eine Last größerer Schneemassen erwarten. Die Wettervorhersage spricht von „aufkommenden stärkeren Winden“. Weiterlesen

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