Alle Beiträge von Margarete Weiler

Veränderungen im Konzept der Wikkegaard-Weiterbildung

Mehr und mehr Anfragen erreichen uns aus psychotherapeutischen Praxen. Ab 2019 verändern wir daher unsere unsere Weiterbildung und stimmen Inhalte und Art exklusiv auf Psychologen und Psychotherapeuten ab.

Diese Konzentration auf hundegestützte Psychotherapie bringt große Vorteile:

Den Lern- und Trainingsstoff können wir dadurch auf drei Seminare kürzen und die Gesamtdauer der Ausbildung um ein halbes Jahr reduzieren. Dies geschieht vor allem durch die konsequente Ausrichtung der Lerninhalte, die mit Fokus auf Psychologie und Psychotherapie gestaltet sind. Sicher auch nicht unwesentlich: für die Teilnehmer verringern sich mit der kürzeren Dauer auch die Weiterbildungskosten.

Durch die Straffung des Lernplans gewinnen wir außerdem einen Wochentag (in der Regel den Freitag) hinzu, der für Einzelsupervisionen, Einzel-Gespräche über Seminarinhalte, gezielte Arbeit an Verhalten und Training der Hunde, Integrationsvorgänge des Hundes in die persönliche Praxis usw. zur Verfügung steht. Die Termine dazu können im Verlauf der Ausbildung kostenlos vereinbart werden. Dieser freie Tag kann aber auch einfach dem Familienurlaub auf Thy zugute kommen, den viele Teilnehmer in der Vergangenheit mit der Teilnahme an Seminaren verbunden haben.

Die Begleitung des Seminars durch den eigenen Hund bleibt grundsätzlich ein wesentlicher Teil der Weiterbildung. Bei zu großer Hundezahl kann es vorkommen, dass die Hunde sich an den einzelnen Seminartagen jedoch abwechseln müssen, um den Lern- und Trainingseffekt zu erhalten.

Für die Ausbildung nutzen wir weiterhin das Seminarhaus in Vang.

Die erste Seminarwoche nach neuem Muster startet im Sommer 2019.

  • 1. Modul 22. – 26. Juli 2019
  • 2.  Modul 6. – 10. April 2020
  • 3. Modul 3. – 7. August 2020

Die Weiterbildung ist als Fortbildung durch die Psychotherapeutenkammer anerkannt. Sie schließt mit einem Teilnahme-Zertifikat für den Psychotherapeuten und einem Zertifikat für den „Therapiehund“.

Vom Nationalpark Thy zum Konzept der Abstimmung

Draußen regnet es seit Tagen ohne Unterlass. Ich sitze an meinem Schreibtisch und die Absicht, einen Artikel über die sommerliche Seminarzeit zu schreiben, rückt langsam in den Hintergrund. Fotos und Videos vom Geschehen der letzten Monate bringen nicht nur das Miteinander von Menschen und ihren Hunden in die Erinnerung, sondern ebenso die Schönheit dieser Meeres-, Strand- und Waldlandschaft. In ihr waren die Seminarwochen eingebettet, und der Nationalpark Thy krönte mit seiner geheimnisvollen Seite die Szene. Vom Nationalpark Thy zum Konzept der Abstimmung weiterlesen

„Einfach beste Freunde“

Kurt Kotrschal hat in seinem 2015 herausgegebenen Buch „Einfach beste Freunde“ die Beziehung zwischen Menschen und Hunden detailliert beschrieben. – Ein Titel, der mir so richtig aus dem Herzen gesprochen ist und den ich wie ein Ergebnis meines langen Zusammenlebens mit vielen Hunden auf Wikkegaard erkenne!

Hunde werden zu Freunden. Da machen sich Menschen Gedanken darüber, ob sie nun die Eltern ihrer vierbeinigen Hausgenossen sind oder die Rudelführer innerhalb des geschlossenen Mensch-Hund-Verbundes und lassen außeracht, dass weder Mensch noch Hund ihre Zugehörigkeit zur eigenen Art verlassen können. Sie leben den idealisierten Traum von wechselbarer artspezifischer Identität und verpassen die Chance einer Freundschaft, die bei Wahrung biologischer Gegebenheiten durchaus artübergreifend erlebbar werden kann.

Erlebbar war dies auch in den vergangenen Osterwochen, als sich die Teilnehmer zu den Weiterbildungsseminaren in hundegestützter therapeutischer und pädagogischer Intervention auf Wikkegaard trafen. Die einen kamen mit viel Freude auf das Wiedersehen und auf die Begegnung der Hunde, die anderen zum ersten Mal und voller Spannung und Erwartung auf das, was nun für sie beginnen wird.

Den Auftakt bildete ein Wald-Parcours im nahegelegenen Nationalpark Thy, der hat im Frühjahr schon Tradition. Ursprünglichkeit des Baum- und Buschwuchses berührte wie ein Gruß aus urzeitlicher Erdgeschichte. Irgendwo flog ein Vogel auf und lenkte die Aufmerksamkeit von Hund und Mensch auf sich. Für wenige Sekunden waren vorbereitete und zu bewältigende kleine Aufgaben vergessen. Doch waren es diese kleinen Aufgaben, die manchem Teilnehmer gleich zu Beginn ganz andere Seiten ihres Hundes offenbarten: Sei es durch Freude und großem Engagement bei der Bewältigung oder auch die schlichte Ignoranz statt erwarteter Motivation.

Wo Menschen in guten Gedanken und freudig zusammenfinden, bleiben auch die Hunde nicht außerhalb. In dieser Atmosphäre finden sie Interesse aneinander, und alte Bekannte aus dem Modul zuvor laden in den Pausen zu ausgelassenem Spiel ein, während sich im neu begonnenen Kurs die anderen noch vorsichtig beschnuppern. Doch auch sie wissen schnell, welcher Vierbeiner ihnen besonders gut gefällt, und wir Menschen erahnen, wer beim nächsten Modul wohl wen besonders freudig begrüßen wird.

Das Fazit dieser zwei Wochen lässt sich vielleicht in den Worten einer Teilnehmerin zusammenfassen: „Ich nehme so viel mit, was meine beruflichen Pläne modifiziert, aber das Wichtigste für mich ist, dass ich mich so richtig auf das nächste Mal freue.“

Vielleicht gilt die Freude nicht nur der Erinnerung an lehrreiche und frohe Tage, sondern auch dem Erlebnis, dass Freundschaft, ob nun artverbunden oder artübergreifend, da gelingt, wo beide Seiten sich als authentisch erfahren. Mensch bleibt Mensch und Hund bleibt Hund! Und so mancher Schabernack wird möglich:

Die Sozialstuktur im Hühnerstall kennenlernen

Wikkegaards Hühnerstall ist wieder komplett. Doch das verspricht nicht nur frische Eier auf dem Frühstückstisch:

Forschung im Hühnerstall

Hühner leben in einer einfachen und gut erkennbaren Sozialstruktur mit einer sehr klar definierten Hierarchie. Sie besteht aus einem Hahn als Boss, aber auch einer deutlich gegliederten Rangordnung unter den Hennen. In dieser Sozialisation finden sich Regeln und Gesten, mit denen sich Hühner untereinander verständigen und ihre Ordnung erhalten.

Dennoch können sich Hühner bis zu einem gewissen Grad an den Menschen anpassen und vertraut mit uns werden. Im Gegensatz zu Hunden brauchen sie aber permanent ihre Artgenossen.

Während Hunde mit ihren Menschen in einer Form von „sozialer Symbiose“ leben, kommen Hühner recht gut ohne menschliche Zuwendung zurecht. Dass sie gefüttert werden, entspricht mehr dem Wunsch des Menschen nach ihren Eiern.

Für uns ist es interessant zu erfahren, wie sich die Beziehung zwischen Mensch und Huhn entwickeln kann und wie es gelingen kann, die eigene Sozialisation des Huhnes zu verstehen.

Dazu möchten wir den Hühnern Verhaltensweisen „entlocken“, auf denen sich ein Kontakt zwischen beiden Arten entwickeln kann. Dabei ist auch an tiergestützte Intervention gedacht.

Hundegestützte Psychotherapie – Einbindung eines Hundes in die psychotherapeutische Praxis

Wikkegaards Ausbilder Gerd Ganser hat mit „Hundegestützte Psychotherapie“ erstmals ein umfassendes theoretisches und praktisches Konzept für die Einbindung von Hunden in die psychotherapeutische Praxis geschrieben. Jetzt ist das Buch im Verlag Schattauer für 34,99 Euro erschienen.

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