Konzept

Verständnis der hundegestützten Arbeit als intersubjektive Partnerschaft – Wikkegaards Konzept für das Miteinander von Mensch und Hund in der Praxis und im Alltag

Wikkegaards Logo zeigt Mensch und Hund im Kontakt miteinander. Es steht exemplarisch für die Aussage: Die Beziehung zwischen Mensch und Hund ist die Basis für unser inhaltliches Verständnis von der hundegestützten Psychotherapie wie auch für das Miteinander von Mensch und Hund in Alltag.

Wesentlich dabei ist die jeweilige Subjektivität des Menschen und des Hundes: Mensch bleibt im Miteinander Mensch und Hund bleibt im Miteinander Hund. Dabei kann der Mensch zur Bezugsperson des Hundes werden und diesen durch die menschliche Solzialisation führen; der Hund kann Partner für den Menschen werden, behält dabei aber seine Artfremde mit ihren speziellen Bedürfnissen und Wünschen. Auf dieser Grundlage kann eine Objektivierung des Hundes ausgeschlossen werden, und er steht nicht in der absoluten Verfügbarkeit für die Ziele und Wünsche des Menschen.

Der Kontakt zwischen Mensch und Hund ist getragen von gegenseitiger Achtung, Zuneigung und liebvollem Miteinander. An die Stelle des funktionalisierenden Trainings treten Abstimmungen im gegenseitigen Kontakt.

Auf dieser Grundlage der Mensch-Hund-Beziehung geschieht auch die Integration des Hundes in die berufliche Arbeit des Psychotherapeuten. Das erfordert von dem Teilnehmer des Fortbildungsseminars auf Wikkegaard die stete Bereitschaft zur Beobachtung und Reflexion ihrer individuellen Mensch-Hund-Beziehung.

Im therapeutischen Prozess bedeutet die Subjektivierung des Hundes seine Freigabe zur Gestaltung seiner individuellen Hund-Mensch (Therapeut, Klient)-Beziehung. Das heißt: der Hund darf Kontakte selbständig aufnehmen oder verweigern, er darf eigene Ideen haben und sie in die jeweilige Beziehung einbringen, er kann sich den Vorschlägen des Klienten anpassen oder sie ablehnen bzw. variieren.

Das für den Menschen eigenständige Verhalten des Hundes präsentiert dem Psychotherapeuten anschaulich die Beziehungs- und Bindungsmöglichkeiten beider miteinander. Dies kann Ansprache finden und gemeinsam verstanden bzw. bearbeitet werden. Die Interventionen des Psychotherapeuten haben dadurch die große Chance, sich augenblicklich dem Geschehen anzupassen: sie werden für den Klienten griffig und fordern seine Aufmerksamkeit, dies auf konkreter Basis erlebbar. Ängste, Konflikte ungute bewusste wie unbewusste Erfahrungen und Empfindungen können sich inszenieren, Erleichterung bewirken und/oder durch neue Ideen erfolgreichere Lösungen finden.

Hier wird Hundegestützte Psychotherapie zu einem äußerst hilfreichen Moment im therapeutischen Geschehen. Die Wirkfaktoren des Hundes können genutzt werden, ohne ihn zu funktionalisieren und zu manipulieren.
Die konkrete Integration des Hundes in die Fortbildung hat zurzeit in dieser Form Alleinstellungswert. Seine häufige Anwesenheit in den Modulen ermöglicht ein gutes Kennenlernen seiner individuellen Fähigkeiten, Stellungen und Vorlieben im Rudelverhalten (auf Zeit) und im Bezug zu Menschen allgemein. Das gibt Raum für Förderungs- und Entwicklungsprozesse des Hundes in relevanten unterschiedlichen Situationen mit Menschen und Hunden.

Der Hund ist in den verpflichtenden drei Modulen nicht nur anwesend, sondern er kann auch therapierelevante Themenbereiche zusammen mit seinem Menschen lernend erfahren und üben (Trainingseinheiten, therapeutische Werkstatt mit dem Raum für exemplarische Übungen).

Auf diesem Weg wird eine Einschätzung des Hundes in der therapeutischen Situation möglich, und es öffnet sich Freiraum für Veränderungen im Umgang zwischen Mensch und Hund.